Aktualisiert am 18. September 2026.
Dieser Beitrag dient der Information und ist keine persönliche Anlageberatung.
Brokervergleiche konzentrieren sich häufig auf die sichtbare Handelskommission. Für einen langfristigen Schweizer Anleger ist diese jedoch nur ein Teil der tatsächlichen Kosten.
Währungswechsel, Depotgebühren, Schweizer Steueradministration, Börsenzugang und ein späterer Depotübertrag können auf lange Sicht genauso relevant sein.
Vier ernsthafte Optionen
| Broker | Richtpreis | Depot | Hauptvorteil | Besonders geeignet für |
|---|---|---|---|---|
| Interactive Brokers | CH-Aktien ab 0,05%, min. CHF 1.50 gestaffelt | Kein Kontominimum/Inaktivität | Sehr tiefe globale Kosten | Selbständige globale Anleger |
| Saxo Bank Schweiz | SIX 0,08%, min. CHF 3; USA min. USD 1 | CHF 0 | Gratis E-Steuerauszug, Schweizer Bank | Bevorzugte Schweizer Alternative |
| Swissquote | CH/US/UK ab CHF 3; ETF Leaders CHF 3–9 | Ab CHF 20/Quartal + MWST | Etablierte Schweizer Plattform | Komfort / breite Palette |
| DEGIRO | USA €1 + €1; SIX CHF 5 + CHF 1 | Keine klassische %-Depotgebühr | Günstige Einzeltransaktionen | Low-Cost-Alternative |
Interactive Brokers: die globale Kostenreferenz
Interactive Brokers bleibt für international investierende Schweizer Anleger schwer zu schlagen.
Für Schweizer Aktien beginnt das gestaffelte Modell bei 0,05% mit einem Minimum von CHF 1.50. Für individuelle IBKR-Pro-Konten gibt es derzeit weder ein Kontominimum noch eine Inaktivitätsgebühr.
Hinzu kommen ein breiter Marktzugang und sehr günstige Währungskonditionen.
Der Preis dafür ist weniger Komfort bei Schweizer Administration und Steuererklärung. Wer bereit ist, sich damit auseinanderzusetzen, kann diesen Nachteil als gering ansehen. Für andere hat ein Schweizer Broker einen realen Wert.
Saxo verändert den Schweizer Vergleich
Saxo Bank Schweiz ist 2026 deutlich interessanter geworden.
Für Aktien und ETFs auf SIX gilt derzeit 0,08% mit CHF 3 Mindestgebühr; bei den grossen US-Börsen liegt das Minimum bei USD 1. Es gibt keine Depot- oder Inaktivitätsgebühr, die Währungsumrechnung kostet 0,25% und der Schweizer E-Steuerauszug ist kostenlos. Saxo Bank Schweiz untersteht der FINMA.
Damit ist Saxo für uns die bevorzugte Schweizer Alternative zu IBKR.
Swissquote: Schweizer Komfort hat einen Preis
Swissquote hat seine Transaktionspreise ebenfalls verbessert. Kleine Aktienaufträge in der Schweiz, den USA und Grossbritannien beginnen bei CHF 3; ausgewählte ETF Leaders auf SIX kosten CHF 3 bis CHF 9.
Anders als bei Saxo fallen jedoch Depotgebühren an. Sie beginnen bei CHF 20 pro Quartal und steigen je nach Depotgrösse; zusätzlich fällt Mehrwertsteuer an.
Für Anleger, die bewusst für ein etabliertes Schweizer Umfeld und eine breite Produktpalette bezahlen möchten, kann das vertretbar sein. Kostenlos ist dieser Komfort aber nicht.
DEGIRO: weiterhin günstig, aber nicht mehr alternativlos
US-Aktien kosten bei DEGIRO derzeit €1 Provision plus €1 Bearbeitungsgebühr, Schweizer Aktien CHF 5 + CHF 1. Bei der ETF-Kernauswahl fällt lediglich €1 Bearbeitungsgebühr an; zusätzliche Währungs- oder Konnektivitätskosten können hinzukommen.
Bestehende zufriedene Kunden haben deshalb keinen offensichtlichen Grund zu wechseln. Bei einer Neueröffnung ist das Angebot aber weniger eindeutig überlegen als früher.
Guidefinances-Fazit
Interactive Brokers bleibt unsere bevorzugte Lösung für kostenbewusste und international diversifizierte Schweizer Anleger.
Saxo ist unsere bevorzugte Schweizer Alternative, insbesondere wegen der Kombination aus keinen Depotgebühren, moderaten FX-Kosten und kostenlosem E-Steuerauszug.
Swissquote bleibt eine überzeugende Lösung für Anleger, denen ein etabliertes Schweizer Ökosystem zusätzliche Kosten wert ist. DEGIRO bleibt günstig, ist 2026 aber nicht mehr der automatische Low-Cost-Sieger.
Ein Brokerwechsel wegen CHF 5 Unterschied pro Order ist selten entscheidend. Wichtiger sind die Gesamtkosten über Jahrzehnte und ein System, das man konsequent nutzen kann.
Tarife geprüft am 18. September 2026.